Häufig gestellte Fragen

Oftmals ist der Schritt, sich psychotherapeutische Unterstützung zu suchen, der Schwerste. Ist diese erste Hürde der Kontaktaufnahme überwunden, ergeben sich meist schon zu Beginn einer Psychotherapie erste Perspektiven und Lichtblicke. Die Arbeit des Psychotherapeuten wurde lange Zeit tabuisiert und sie wird heute teilweise immernoch mit „Verrücktsein“ oder „Wahnsinn“ in Verbindung gebracht. Seitdem das Psychotherapeutengesetz 1998 verabschiedet wurde hat sich an dem Berufsbild allerdings viel geändert, weil mehr Informationen über die Arbeit von Psychotherapeut_innen bereitgestellt wurden. In den meisten Fällen liegt die eher ablehnende, negative Bewertung an veralteten, überlieferten Informationen. Viele Menschen und deren Familien erkennen heute frühzeitig den psychotherapeutischen Handlungsbedarf und profitieren durch eine passende Therapie häufig wieder schnell von einem stabilen Funktionsniveau im Alltag. Bei vielen anderen Gesundheitsfragen zeugt es ja auch von gesunder Selbstfürsorge, wenn man einen Facharzt aufsucht. Sich professionelle, psychologische Hilfe zu suchen stellt somit ebenso eine große Stärke dar. Im Folgenden sollen Sie Antworten auf Fragen bekommen, die sich viele Patient_innen vor Antritt einer Psychotherapie erfahrungsgemäß stellen. 


Wie lange muss ich auf einen Termin warten?

Es kommt immer darauf an, wie viele Plätze zum Zeitpunkt Ihrer Anfrage zur Verfügung stehen und wie viel Zeit die aktuellen, einzelnen, laufenden Fälle derzeit in Anspruch nehmen. Rufen Sie am besten einfach an oder schreiben Sie mir kurz, dann teile ich Ihnen ganz unverbindlich, unmittelbar ein Datum des erstmöglichen Termins mit. Oft geht das bereits binnen weniger Wochen, manchmal sogar schon in der Folgewoche, sodass Sie bereits sofort am Telefon einen ersten Ausblick erhalten, wie es weitergeht. Sie ereichen mich über das Kontaktformular per E-Mail oder Telefon.

Werden die Kosten von der Krankenkasse übernommen?

Da ich die Approbation für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie (Verhaltenstherapie) habe, können Patient_innen bis zum Alter von 21 Jahren von mir behandelt werden. Die Kosten übernehmen private Krankenkassen, sowie die sogenannte Beihilfe mithilfe einfacher Antragsformulare (bzw. eines Gutachtens), die ich zu Beginn einer Therapie gemeinsam mit Ihnen einreichen werde.

Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, dass Sie eine Verhaltenstherapie für Ihr Kind oder Ihren Jugendlichen von der gesetzlichen Krankenkasse bewilligen lassen können, wenn Sie innerhalb einer vertretbaren Wartezeit keine/-n niedergelassene/-n Psychotherapeutin/-en (mit „Kassensitz“) finden. Der so genannte „Kassensitz“ bedeutet, dass man über alle gesetzlichen Krankenkassen abrechnen darf.

Die Prozedur, um eine Therapie bei mir (ohne „Kassensitz“) bewilligt zu bekommen, läuft über das „Kostenerstattungsverfahren“. Die Voraussetzung ist allerdings, dass Sie vor Beginn der Behandlung gegenüber der Krankenkasse belegen müssen, dass Sie bei 3-5 Psychotherapeut_innen, die für Sie gut zu erreichen wären, nicht innerhalb einer vertretbaren Wartezeit einen Behandlungsplatz bekommen haben. Verglichen mit der Dringlichkeit der Behandlung der Störung Ihres Kindes oder Jugendlichen sind diese Wartezeiten oft viel zu lang, sodass es hier die Chance gibt, eine Bewilligung einzufordern, sodass ich die Behandlung auch ohne Kassensitz durchführen kann. Genauere Informationen zum „Kostenerstattungsverfahren“ finden Sie hier.

Darüber hinaus gibt es unter den Patient_innen die sogenannten „Selbstzahler_innen“. Hier bezahlen die zu behandelnden Patient_innen und deren Familien die Psychotherapie aus „eigener Tasche“. Dabei wird sich an der Gebührenordnung für Psychotherapie (GOP) orientiert.

Wann ist eine Behandlung notwendig?

Wenn das Funktionsniveau eines Menschen im Alltag nicht mehr stabil genug ist, wenn er oder sie sich selbst oder andere damit lähmt oder sogar einschränkt, gefährdet, dann ist es angemessen, sich zur ersten Abklärung und Definition der Problemlage an eine/-n Psychotherapeutin/-en zu wenden. Dann wird geklärt, inwieweit es sich um eine pathologische Störung handelt. Dabei soll Ihnen erst einmal auf die „Sprünge“ geholfen werden und gemeinsam nach Lösungen gesucht werden, die Sie im gesamten Prozess stets mitgestalten sollten. Patient_innen, die ihr 15. Lebensjahr abgeschlossen haben, können eine Psychotherapie auch selbstbestimmt, auch ohne die direkte Beteiligung der Eltern, durchlaufen.

Wie viele Sitzungen sind notwendig

Die Länge oder Dauer einer Psychotherapie hängt von der Schwere der Störung ab. Dabei kann es sein, dass eine Kurzzeittherapie durchlaufen wird, mit bis zu 12 Stunden für das Kind oder den Jugendlichen und bis zu 3 Bezugspersonenstunden für Eltern, Erzieher_innen, Lehrer_innen, etc. Diese Kurzzeittherapie kann dann verlängert werden, sodass sich das Stundenkontingent insgesamt verdoppelt auf weitere 12+3 Stunden. Bei einer Langzeittherapie hat man für die Therapie insgesamt bis zu 80 Stunden zur Verfügung. Dies hängt von vielen Faktoren wie z.B. der Ausprägung der Symptomatik ab, wie lange es letztendlich dauert und wie viele Stunden wir benötigen. Sich zu Beginn darauf festzulegen würde den gesamten Therapieprozess stören und einen Leistungsanspruch erzeugen, den es in der Psychotherapie nicht geben sollte, um unnötige Stressoren zu vermeiden. 

Wie hoch sind meine Heilungschancen

Es gibt natürlich keine Garantie auf eine Verbesserung der Symptomatik. Allerdings werde ich meinem Berufsethos auch nicht gerecht, wenn sich über einen unverhältnismäßig langen Zeitraum nichts verändern würde und ausschließlich ein Stillstand zu verzeichnen wäre. Bei einigen Patient_innen kommt es manchmal sogar zu einer Symptomverschlechterung während des Therapieverlaufs, was allerdings hilfreicher sein kann, als wenn sich in der Dynamik im Laufe der Zeit überhaupt nichts verändert. Generell ist langfristig von einer Verbesserung im Therapieprozess auszugehen. Dabei ist erfahrungsgemäß die „Compliance“ ein guter Indikator/Messwert. Wenn die Patient_innen in der Arbeit motiviert sind und sich entsprechend beteiligen, der Therapeut hingegen ebenso gut erklärt, sich offen und transparent zeigt und die Beziehung zwischen Patient_in und Therapeut schließlich von Vertrauen geprägt ist, sieht die Prognose bezogen auf den Erfolg der Behandlung sehr gut aus. 

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

In meiner Praxis bin ich sehr bemüht, ganz nah an den Patient_innen zu sein. Dazu versuche ich so gut es mir gelingt, mich an der jeweilige Lebenswelt und -realität zu orientieren. Die Therapie findet meist in den Räumen der Praxis statt. Wenn es allerdings Sinn macht, findet die Therapie auch mal außerhalb der Praxisräume statt. Der Ansatz meiner therapeutischen Arbeit wird als Verhaltenstherapie bezeichnet. Was die Verhaltenstherapie immer schon ausgezeichnet hat ist, dass sie immer relativ konkret war und ist. Es geht immer um Verhaltensweisen und bestimmte Gedanken, die sich bei den Patient_innen im Verlauf ihres Lebens gefestigt haben. Daneben geht es natürlich immer auch um Emotionen/Gefühle. Die Verhaltenstherapie bildet ein konkretes, explizites Therapieverfahren, was sich darüber hinaus von „links und rechts“ inspirieren lässt.

Schweigepflicht?

Die Arbeit unterliegt der ärztlichen Schweigepflicht, welche sogar im Psychotherapeutengesetz verankert ist. Wenn sich wissentlich beim Patienten oder der Patientin eine Selbst- oder Fremdgefährdung nicht glaubhaft ausschließen lässt, darf die Schweigepflicht gebrochen werden, ansonsten wird ohne Einwilligung der Patient_innen, ohne eine so genannte Schweigepflichtsentbindung, zunächst keine Information an Dritte weitergegeben.